Hier stell ich dem geneigten Leser Infos über einige meiner INSTRUMENTE, EFFEKTE und VERSTÄRKER zusammen, die ich Live und in meinem Studio einsetze. Schließlich kenne ich aus eigener Erfahrung die Neugier, wenn man unbedingt wissen will, was denn das noch gleich für ein Amp oder Effekt war, den man da neulich auf dem Konzert gesehen hat...


Nun zunächst zu den Instrumenten:

FRAMUS SLIDE GITARRE
Framus Ex Sunburst
Sie ist vielleicht mein schrägstes Instrument überhaupt. Wer sie einmal gehört oder gesehen hat, vergißt sie so schnell nicht wieder. Beim Grundgerippe handelt es sich um das Modell 50/1 „Framus Sport“, Baujahr dürfte Anfang oder Mitte der 60er Jahre sein. Diese Gitarre war ursprünglich mal die Wandergitarre meiner Mutter, lag dann Ewigkeiten verachtet auf dem Dachboden herum, bis ich sie ca. 1990 wiederentdeckt habe und feststellte, wie vorzüglich sie sich für das im Deltablues so weit verbreitete Slide-Spiel eignet. Von diesem Tag an wurde sie ständig umgebaut, modifiziert, beklebt, verbessert... Die letzte Modifikation fand 2009 statt, ich habe die Anordnung der Tonabnehmer nochmals grundlegend verändert. Sie besitzt nun einen Seymour Duncan „Jeff Beck“ Humbucker in der Hals-Position und ansonsten lediglich ein Volumen-Poti und ein Split-Schalter. Außerdem ist ein Kletterschlumpf aus einem Überraschungs-Ei installiert.
Ich habe noch eine weitere, praktisch baugleiche Gitarre (ohne diese Modifikationen); diese klingt jedoch nicht im Ansatz so gut wie die hier Abgebildete.

Framus Lo-Fi-Gitarre
Framus Lofi
Diese Gitarre habe ich vor Jahren bei einer Bekannten im Schuppen gefunden. Sie war in einem grauenhaften Zustand. Das Holz war teilweise feucht geworden und aufgeplatzt. Im Inneren befand sich Rattenscheiße, der Lack war von einer millimeterdicken Siffschicht bedeckt. Der ursprüngliche Plan war, aus diesem Instrument eine Resonatorgitarre zu bauen. Nachdem ich sie sorgfältig gereinigt und wieder geleimt hatte war ich absolut geplättet von ihrem sagenhaften Sound! Der Entschluß war klar: Daran wird nix rumgebastelt, die bleibt so, wie sie iss!!
Seit diesem Moment ist diese Gitarre auf praktisch jedem Album irgendwo zu hören, wo ich meine Finger im Spiel hatte. Z.B. auf Götz Widmanns „Rat der Götter“, zu hören auf dem Album „Habt Euch Lieb“.
Im Jahre 2013 habe ich an diesem Instrument die nötigen Restaurationen in meiner Werkstatt durchgeführt. In diesem Zuge wurde die Gitarre komplett neu bundiert und erhielt neue (bessere!!) Mechaniken.

YAMAHA SV-200 SILENT VIOLIN
Yamaha SV200
Die SV-200 ist mittlerweile meine wichtigste Bühnen-Geige geworden. Lange hab ich mich gesträubt gegen E-Geigen, weil ich ihren Sound eigentlich immer irgendwie ekelhaft fand... Daran hat sich auch nach wie vor nicht wirklich viel geändert, sofern man versucht ein akustisches Instrument durch so ein Gestell aus nem massiven Holzklotz und Plastikrahmen zu ersetzen... In Verbindung mit den richtigen Effekten und in einer Rockband gespielt ist das allerdings was ganz anderes... Nebenbei ist die SV-200 ein wirklich ordentlich gebautes Instrument, nicht zu vergleichen mit so mancher Billiggeige aus China. Kurzum: Das Teilchen rockt...

AKUSTISCHE VIOLINEN
Von diesen habe ich gleich mehrere rumliegen, teils richtig schöne, teils vom Flohmarkt. Ich habe vor allem in meinen Folkbands „L.Bow Grease“ und „Children of Lir“ meistens meine alte, böhmische Geige gespielt, deren genaue Herkunft und Baujahr unbekannt sind. Gekauft habe ich sie 1995 auf dem Flohmarkt in Hannover. Es ist ein schönes Instrument, leider sind die Proportionen sehr unüblich, und so fällt es schwer, regelmäßig zwischen dieser Geige und der SV-200 hin- und herzuwechseln.
Außerdem besitze ich noch eine olle „Schachtel“, die auf Demos, Partys und wenn ausgiebiges Biertrinken angesagt ist, zum Einsatz kommt...

MUNDHARMONIKAS
Meisterklasse
Mit wenigen Ausnahmen verwende ich fast immer die alte Meisterklasse 580 von Hohner, und zwar die diatonischen Richter-Modelle. Da für diese Harps die Ersatzteile immer knapper werden (es sind nicht die Harps aus dem Hohner MS-System - die alten Meisterklasse sind besser!) und es außerdem Schwachsinn ist, wegen einem defekten Ton immer gleich die ganze Stimmplatte wegzuschmeißen, bin ich dazu übergegangen, die einzelnen Stimmzungen im Falle eines Defektes durch Neue zu ersetzen. Hierzu werden die entsprechenden Nieten entfernt und die neuen Zungen mit Hilfe einer kleinen Schraube fixiert und anschließend gelöst und gestimmt. Über diese Reparaturen sowie das Reinigen von Harps gibt es einen Extra-Bericht auf dieser Webseite im Bereich „Ampschmiede“.

HOKEMA SANSULA RENAISSANCE
sansula_9162
Diese Sansula hab ich von Peter Hokema persönlich bekommen. Er baut in einer kleinen Manufaktur in Norddeutschland diese wunderbaren Instrumente und vertreibt sie mittlerweile weltweit. Die Sansula ist eine Art Kalimba, also ein „Daumenklavier“, allerdings mit einem unglaublich sauberen, klaren Ton. Sie eignet sich prima für Effekte oder zum „Sound machen“ im Studio, aber auch für abgefahrene Improvisationen. Durch vorsichtiges Verschieben der einzelnen Zungen mit einem kleinen Hammer kann man die Sansula auch umstimmen. Neben der Standard-Stimmung verwende ich in meiner Band „Ballad Of Crows“ die Sansula in einer Es-Stimmung.
So richtig die Sonne geht auf, wenn man den Klang des Instrumentes durch unterschiedliche Haltung auf einem Tisch moduliert.


Kommen wir nun zu den Amps:

VOX AC15 H1TV
AC15
Dies ist mein aktuell meistgenutzter Gitarrenamp. Obwohl es eine Neuauflage ist, klingt er einfach phantastisch. Und er ist ungaublich laut. Er verfügt sowohl über den klassischen Top Boost Kanal als auch über den legendären EF86-Kanal, mit dessen Sound die ersten Vöxe berühmt geworden sind. Natürlich ist der legendäre Celestion Blue Bulldog verbaut. Unterm Strich ein geiles Teil...


VOX VR15
VR15
Der VR15 ist eigentlich ein kleiner Übungsamp, der es allerdings in sich hat! Aufgrund des kleinen 8“-Speakers klingt er untenrum natürlich knochentrocken, aber auch das kleine Teil kann rocken! Da der Amp allerdings im Original einige Konstruktionsdetails aufweist, die ihn nicht gerade „roadtauglich“ machen, habe ich ihn grundlegend modifiziert. Außerdem habe ich ein altes Dynacord-Mikrofon, das an diesem Amp hervorragend klingt und mit einer Spezialhalterung seitlich angeschraubt werden kann.


HOHNER ORGAPHON 26MH
orgaphon_crop_0326
Meinen Orgaphon habe ich Ende 2010 von einem Freund (thänx, Toast!) bekommen und recht aufwändig wieder restauriert und dabei gleichzeitig auch noch modifiziert. Ich verwende ihn sehr gerne als Harpverstärker: der Kanal 2 (eigentlich laut Beschriftung gedacht für Akkordeon und Bass) klingt rattenscharf an der Harmonica. Außerdem besitzt er äußerst gut klingeden Hall und Tremolo. Der Hammer ist die Kombination von beidem: Der Orga-Fön besitzt die Möglichkeit, das Return-Signal der Hallspirale mit Vibrato zu versehen, was ähnlich wie ein Delay klingt. Affengeiler Effekt! Und alles Vollröhre und analog...
Einen umfangreichen Bericht über die Restauration dieses Amps findet ihr unter „Löten“.

CRATE GUNNISON ACOUSTIC AMP
Crate
Was soll ich sagen - gekauft hätt ich ihn mir nicht, aber er macht nen guten Job. Geschenkt bekommen hab ich ihn, weil (wie bei den billigen Crate-Teilen nahezu immer...) das Effekt-Board defekt war. Nun, ich brauche die eingebauten Effekte nicht unbedingt, und für kleinere Clubgigs mit Gitarre und Gesang ist er (meistens in Kombination mit einem kleinen Alesis Nanoverb) eine gute Lösung.

DYNACORD HIFI FAVORIT II
Dynacord
Diesen Verstärker besitze ich nun bereits seit über 20 Jahren; ich hab ihn damals einem Freund meiner Eltern abgekauft. Somit war er Bestandteil der Gesangsanlage meiner ersten Schülerbands, in Kombination mit dem originalen Echocord-Bandechogerät, das ich auch noch besitze, das allerdings z.Zt. auf seine Reparatur wartet. Der HiFi-Favorit besitzt eine transistorisierte Vorstufe und eine Gegentakt-Endstufe mit 2x EL34 und außergewöhnlich hoher Anodenspannung. So schafft er es, immerhin 80W Sinusleistung aus den beiden Kolben rauszukitzeln. Ich verwende ihn hauptsächlich bei kleineren Live-Gigs als Baßverstärker, in Kombination mit einer Ashdown-Box mit 15“ Eminence-Speaker.

DDR-SCHEPPER-AMP
DDR
Hierbei handelt es sich um einen Transistoramp, made in GDR. Ich habe diesen Amp vor einiger Zeit aus einem Müllcontainer gezogen, wieder repariert und war überrascht über den Sound. Er kann wirklich nur eins, aber das kann er richtig gut: Scheppern.
Klingt original wie der „Little Green Amp“ von den Kinks. Alles klingt über diese Kiste ein wenig nach „You Really Got Me“...

Und schließlich die Effekte und anderen Krempels:

ELEKTRO-STRESSBRETT
stressbrett_9156
Mein Pedalboard, umgangssprachlich auch „Streßbrett“ genannt, ist ein kompletter Eigenbau. Natürlich ist das Ding eine echte „Dauerbaustelle“; es wird ständig irgendwas hinzugefügt oder umgebaut. Das Netzteil ist eine komplett gepimpte „Power Plant“ von Harley Benton (umgebaut auf isolierte, potenzialfreie Ausgänge). Das Board beinhaltet z. Zt. folgende Treterchen (Stand November 2011):
  • Input-Switch: Selbstgebaute 3-Kanal Digital-Switchbox mit seriellen Schnittstellen zum Einfügen von Dämpfungs- oder Filtergliedern. Schaltet um zwischen Gitarre, Geige und Mundharmonika.
  • Dunlop Cry Baby Wahwah, umgebaut auf rote Fasel-Spule.
  • Digitech Whammy: Ich spiele das WH-4. Das Whammy ist nicht modifiziert.
  • TS-808 Clone: Als Zerre benutze ich im Wesentlichen diesen Tuben-Schreier-Nachbau. Die esoterische Meinung, daß ein OP besser klingt wenn er bei Vollond aus geweihtem Sand gebaut wurde, teile ich nicht... So gesehen verwende ich einen stinknormalen 4558 - OP von der Stange. Klingt.
  • Volumenpedal, aus einem alten Wahwah-Gehäuse selbstgebaut. Ist nix besonderes.
  • Boss TU-2 Tuner
  • Electro Harmonix LPB-1 Booster
  • Tremulator Eigenbau. Weitere Infos zum Bau dieses Tremolo-Treterchens gibt´s in der DIY-Ecke.
  • Boss RE-20 Roland Space Echo. Ein wirklich gelungener Digi-Nachbau des legendären alten Roland Space Echos!
Das Board besitzt 2 identische Ausgänge, so daß ich bei größeren Gigs 2 Amps parallel anblasen kann.
Bei kleineren Gigs schleppe ich oft nur die wichtigsten Treter mit - in der Regel sind das dann der Tuner und oft auch das Space Echo.

AKUSTIK-STRESSBRETT
akustikstress_1 akustikstress_2
Auch mein Akustik-Streßbrett ist komplett selbst entworfen und -gebaut.
Die Effektkette sieht folgendermaßen aus:
  • Input-Switch: Selbstgebaute 2-Kanal Switchbox mit LED-Anzeige. Schaltet um zwischen meinen beiden Akustikgitarren, die beide dasselbe Tonabnehmersystem (Fishman Infinity Matrix) installiert haben.
  • Boss TU-2 Tuner
  • Boss OC-3 Octaver
  • Electro Harmonix LPB-1 Booster
  • Digitech JamMan Solo Looper
  • Interne Passiv-DI-Box
Für die grandiose Frontplattengestaltung mit graviertem und beleuchteten „WWW.SALOSSI.DE“-Schriftzug geht ein dreifaches „HipHipHurraaa!!!“ an Daniela!!!


MUNDHARMONIKAMIKROFONE
harpmics_9160
Ich spiele in der Regel ein Shure Green Bullet 520D (Baujahr 1984, ausgestattet mit dem originalen „Controlled Magnetic Transducer“), welches von mir auf Hi-Z umgelötet sowie mit einer Klinkenbuchse ausgestattet wurde. Soll es etwas „folkiger“ klingen, benutze ich ein stinknormales SM58, allerdings die Version mit Schalter. So kann ich das Mikro schnell abschalten, wenn ich zur Geige wechsele. In der letzten Zeit habe ich meine Sammlung noch um ein dynamisches Astatic sowie den „Schwarzen Teufel“, ein altes, dynamisches Plastikmikrofon aus der DDR, erweitert.