Hier entsteht ein Bericht über die Restauration meines
SABA FREIBURG 7 RÖHRENRADIOS

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Dieses Radio wurde laut internem Stempel am 13. Juli 1956 fertiggestellt. Ich habe es irgendwann ca. 2001 oder 2002 für damals 10€ gekauft und wieder zum Erklingen gebracht. Danach hatte ich es einige Zeit ganz normal zum Radio hören im Einsatz. Irgendwann hat es dann allerdings seinen Geist aufgegeben, und seit dem stand es in der Ecke und wartete auf seine umfangreiche Restauration.

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Nun ist der Zeitpunkt gekommen, damit einmal zu beginnen, denn dieses Radio übertrifft vom Sound her so ziemlich jedes andere Radio, das ich jemals gehört habe. Es ist ein wahrer Genuß, damit Musik zu hören (solange die Rundfunkanstalten was vernünftiges senden, natürlich!).

In seinem Inneren ist das Radio ziemlich komplex aufgebaut - es besitzt unter Anderem eine Abstimmautomatik, die mit Hilfe diverser Seilzüge, Umlenkrollen und Motoren funktioniert. Sieht ein wenig aus wie eine verkleinerte Version des Skigebietes am Feldberg... Vielleicht heißt es ja deshalb „Freiburg“??

Andere Details im Inneren des Gerätes erinnern wiederrum eher an das Schaltgetriebe meines Autos:
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Es ist also ohne jeden Zweifel ein Radio, in dem noch richtig unter Einsatz vieler Zahnräder und Wellen Musik erzeugt wird! Mechanik statt Microchip. Nicht so´n Scheiß wie in heutigen Wegwerf-Einweg-mp3-Playern...

In diesem Radio verrichten 4 alte AlNiCo-Speaker mit der vielgefragten grünen Pappmembrane ihren Dienst. Diese Speaker sind heute unter Hifi-Freaks und High-End Esoterikern sehr gesucht: Es gibt tatsächlich Leute, die an ihrer Stereoanlage vergoldete Netzstecker für 200€ / Stück sowie bei Vollmond mundgeblasene Plattenspielerkabel für 1000€ pro Meter verwenden und dann genau diese Chassis in ihren Boxen haben!!! Kein Wunder also, daß die Dinger gut klingen!
Es ist auch ein Baßlautsprecher mit ordentlichen Ausmaßen vorhanden, so daß die Musik aus dieser Kiste mit einer anständigen Portion „Wumms“ erklingt:
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Diese Lautsprecher sind, neben der Röhrenschaltung, sicherlich einer der Hauptgründe für den außergewöhnlich guten Gesamtsound dieses Radios. Was sind die modernen Fernost-Hupen, die man heutzutage beim Kaffeeröster um die Ecke kaufen kann doch für ein Schrott dagegen!

Nach dem vorsichtigen (wegen der teils extrem dünnen Kupferlackdrähte im HF-Teil) Entfernen der Staubschicht konnte man bereits wesentlich mehr erkennen. Bereits bei der ersten Inspektion der Elektronik konnte man eindeutige Defekte an einigen alten Kondensatoren sehen:
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Es ist also ein weiterer Patient, dem der Austausch sämtlicher oller Ölpapierkondensatoren und „Hustenbonbons“ bevorsteht. Dies ist auch schlicht eine Sicherheitsfrage und verhindert, daß ich mir bald eine neue Wohnung suchen muß, weil die Alte abgebrannt ist. Nebenbei ist es ärgerlich, wenn einem die Röhren abrauchen, weil wegen einem defekten Koppelkondensator plötzlich 300V Anodenspannung am Gitter der Folgestufe anliegt...
Außerdem stehen natürlich die Reinigung diverser Kontakte, teilweise Austausch der Röhren sowie eine Reinigung und vielleicht noch eine Reparatur des Gehäuses an. Wieder einmal habe ich also einige Stunden Löten vor mir, die dann hoffentlich am Ende mit einem großartig klingenden Gerät belohnt werden!

An dieser Stelle wird bald weiter berichtet!!